Ernährung individuell verstehen
Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf dieselbe Ernährung. Verdauung, Stoffwechsel, Lebensstil, persönliche Voraussetzungen und auch immunologische Prozesse können beeinflussen, wie wir Lebensmittel wahrnehmen und vertragen.
Unter Immunodiätologie verstehen wir in unserer Praxis einen individuellen, ärztlich begleiteten ernährungsmedizinischen Ansatz. Dabei steht nicht eine allgemeine Diät im Mittelpunkt, sondern die Frage:
Welche Ernährung passt zu Ihnen, Ihren Bedürfnissen und Ihrem persönlichen Befinden?
Der Mensch im Mittelpunkt
Beschwerden im Zusammenhang mit der Ernährung können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb betrachten wir nicht einzelne Lebensmittel oder Laborwerte isoliert, sondern das Gesamtbild.
Dabei berücksichtigen wir unter anderem
- Ihre aktuellen Beschwerden
- Ihre medizinische Vorgeschichte
- Ihre Ernährungsgewohnheiten
- persönliche Beobachtungen nach bestimmten Mahlzeiten
- Ihren Alltag und Lebensstil
- bereits vorhandene medizinische Befunde
So können mögliche Zusammenhänge strukturiert betrachtet und individuell eingeordnet werden.
Wann kann eine ernährungsmedizinische Betrachtung sinnvoll sein?
Zum Beispiel bei
- Blähungen oder Völlegefühl
- wiederkehrenden Bauchbeschwerden
- Unwohlsein nach bestimmten Mahlzeiten
- dem Eindruck, einzelne Lebensmittel unterschiedlich gut zu vertragen
- Müdigkeit oder Leistungstiefs nach dem Essen
- wiederkehrenden Beschwerden, bei denen ein Zusammenhang mit der Ernährung vermutet wird
- dem Wunsch, die eigene Ernährung bewusster und individueller zu gestalten
Wichtig ist dabei: Solche Beschwerden können viele verschiedene Ursachen haben. Eine sorgfältige medizinische Einordnung steht deshalb immer am Anfang.
Wie gehen wir vor?
01. Persönlich kennenlernen
Wir besprechen Ihre Beschwerden, Ihre Vorgeschichte, Ihre Ernährung und Ihre persönlichen Ziele.
02. Zusammenhänge erkennen
Wir betrachten, wann Beschwerden auftreten und ob sich wiederkehrende Muster im Zusammenhang mit Lebensmitteln oder Mahlzeiten zeigen. Ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch kann dabei hilfreich sein.
03. Medizinisch einordnen
Vorhandene Befunde werden berücksichtigt. Falls erforderlich, können weitere geeignete Untersuchungen empfohlen werden.
Ein einzelner Laborwert wird dabei nicht isoliert als Beweis für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gewertet.
04. Ernährung individuell gestalten
Auf Grundlage der gewonnenen Informationen entwickeln wir eine persönliche und möglichst alltagstaugliche Ernährungsstrategie.
Falls es sinnvoll erscheint, bestimmte Lebensmittel vorübergehend zu reduzieren, achten wir gleichzeitig auf geeignete Alternativen und eine ausgewogene Versorgung.
05. Beobachten und anpassen
Ernährung ist kein starres Konzept. Wir beobachten gemeinsam, wie sich Veränderungen im Alltag auswirken. Empfehlungen können anschließend angepasst und vorübergehend reduzierte Lebensmittel, sofern medizinisch sinnvoll, wieder in den Speiseplan integriert werden.
Keine unnötigen Verbote
Unser Ziel ist nicht eine möglichst lange Liste von Lebensmitteln, die Sie nicht mehr essen dürfen.
Im Vordergrund steht eine abwechslungsreiche, ausgewogene und langfristig umsetzbare Ernährung, die zu Ihrem Alltag und Ihrer persönlichen Situation passt.
Nicht möglichst viel weglassen. Sondern gezielter verstehen, beobachten und entscheiden.
Wichtig zu wissen
Die Immunodiätologie ersetzt keine notwendige medizinische Diagnostik.
Insbesondere Nahrungsmittelallergien, Zöliakie, Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption und andere Erkrankungen werden mit den dafür vorgesehenen medizinischen Verfahren abgeklärt.
Auch lebensmittelspezifische IgG-Werte gelten nach aktuellem Stand nicht als alleiniger Nachweis einer Nahrungsmittelallergie oder klassischen Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Den Menschen verstehen. Gesundheit individuell begleiten.